Wald zwischen Natur und Politik

 
Wald im Politikdschungel

Der Wald im kantonalen „Politikdschungel“
Wo steht unser Wald, wenn wir uns in der Politik bewegen? Diese Frage habe ich mir schon manchmal gestellt. Immer wieder spüre ich grosse Sympathien für den Wald, wenn ich draussen mit Menschen über den Wald spreche. Wie aber sieht es aus, wenn es dann konkret wird, wenn es z.B. um die Frage geht, wie oder ob überhaupt eine Waldleistung entschädigt werden soll. Nicht immer genügt dann diese Grundsympathie. Mit dieser Tatsache müssen wir leben, und gerade deshalb ist es meiner Ansicht nach umso wichtiger, dass die Frauen und Männer, welche im Wald aktiv sind, sich auch in der Politik aktiv betätigen. Die Landwirtschaft macht es uns vor. Nur wenn man engagiert im Politnetz unterwegs ist, kann man für die Interessen einer Branche oder eines Themas etwas spürbar Positives erwirken, sei es Goodwill oder konkrete Unterstützung.

Welches sind die Themen in der kantonalen Politik, bei denen der Wald direkt oder auch indirekt betroffen ist? Aktuell und am offensichtlichsten ist dies bei der laufenden Jagdgesetzrevision der Fall. Klare Verbesserungen konnten dort meiner Ansicht nach vor allem bei der Frage der Wildschadenentschädigung erzielt werden, namentlich durch eine vereinfachte Abwicklung. Ein Waldbesitzer kann wo notwendig für Massnahmen zur Wildschadenverhütung und Lebensraumverbesserung finanzielle Unterstützung erhalten. Dass dabei auch die Jäger, welche eine grosse Arbeit zu Gunsten unserer Lebensräume leisten, finanziell günstiger fahren, erachte ich als richtig.

Der Zusammenhang mit dem Wald ist bei der laufenden Revision des Landwirtschaftsgesetzes klar erkennbar, da der Wald bei den Landschaftsqualitätsprojekten eine prägende Rolle spielen dürfte. Nicht ganz offenkundig ist der Bezug, wenn es um die z.Z. laufenden Motionen der CVP-EVP Fraktion zur Hochwassersicherung und zu den Renaturierungen entlang von Fliessgewässern geht. So erscheint der Wald immer wieder, nicht zuletzt natürlich auch im Budget, welches in der Novembersession ansteht.

Wald und Holz gehören zusammen. So hat sich denn auch eine parlamentarische Gruppe 'Wald und Holz' gebildet. Sie umfasst gut 40 ParlamentarierInnen aus allen Parteien. Ein guter Ansatz, um Waldthemen in allen Fraktionen einbringen zu können.

Bruno Cozzio | Oktober 2014
Bruno Cozzio, Henau/Uzwil, ist Revierförster in Uzwil, seit 2005 Gemeinderat und seit 2014 für die CVP im Kantonsrat. Seine Schwerpunkte liegen - ausser auf dem Wald natürlich - in den Bereichen 'Bau und Umwelt', 'regionale Zusammenarbeit', 'Gemeinwesen' und 'Bildung und Familie'. Es ist ihm ein Anliegen, dass Wirtschaftlichkeit und Ökologie Hand in Hand gehen und dass bei der Bildung Chancengleichheit herrscht.

 

Umweltfreisinnige St.Gallen · Postfach 2111 · 9001 St.Gallen · info@umweltfreisinnige.ch

Gefällt mir: