Verein

Seit 1993 widmen sich die Umweltfreisinnigen St.Gallen (damals noch unter dem Namen Umweltliberale Bewegung ulsg, später ulb) den Themen Umwelt, Energie und Verkehr. Unter dem Dach der FDP St.Gallen politisieren wir als eigenständiger Verein zugunsten einer fortschrittlichen und nachhaltigen Umweltpolitik und vertreten unsere Überzeugungen sowohl innerhalb der FDP als auch in der Öffentlichkeit.

Im Kantons- und Stadtparlament und in diversen Gemeindeexekutiven vertreten bereits viele unserer Mitglieder die zukunftsgerichtete Politik der Umweltfreisinnigen.

Hans Christoph Binswanger

Nachruf Hans Christoph Binswanger

Eine meiner ersten Sitzungen als neues Mitglied der Arbeitsgruppe Ökologische Steuerreform, wir sind im HSG-Büro von Hans Christoph Binswanger an der Tigerbergstrasse zu Gast: Der damalige Leiter der Arbeitsgruppe, Hanspeter Haltner, fragt zwecks Terminplanung für die nächste Sitzung nach den Ferienplänen der Anwesenden. Da Paul Strasser als Einziger nichts sagt, frage ich ihn, wann er denn Ferien habe. Hans Christoph übernimmt sogleich die Antwort: „Nie! Wir diskutieren das seit vielen Jahren. Er macht nie Ferien, ich hingegen bin der Meinung man sollte sich von Zeit zu Zeit Ferien gönnen. Ich mache mehrmals pro Jahr Ferien.“ Das war im April 2009, Hans Christoph Binswanger war 79 Jahre alt und seit mehr als 14 Jahren emeritierter Volkswirtschaftsprofessor der Universität St. Gallen.

Obschon er mit seiner fröhlichen Art und seiner positiven Einstellung das Leben zu geniessen wusste, hat er bis ins hohe Alter unaufhörlich gearbeitet. Er tat dies nicht für den Ruhm als herausragender Wissenschafter – den hatte er unter anderem als Träger des Adam-Smith-Preises, als Ehrensenator der Wirtschaftsuniversität Wien, mit der Bodo-Manstein-Medaille des BUND und als Autor von zahlreichen bedeutenden Publikationen und Büchern schon lange. Er gehörte zu den Pionieren einer damals neuen Fachrichtung der Ökonomie, der Umweltökonomie. Seine Idee einer Ökologischen Steuerreform, ein Kernanliegen der Umweltfreisinnigen, war ein Beispiel dafür wie er nicht nur Zusammenhänge erforschte, sondern zuhanden von Politik und Gesellschaft konkrete Lösungsvorschläge machte.

Hans Christoph hatte einen sehr weiten Horizont, weit über die klassischen Grenzen seines Fachgebietes, der Volkswirtschaftslehre, hinaus. Und trotzdem begnügte er sich nicht mit pauschalen Ideen, sondern wurde sehr konkret. Vor allem aber war er sich nicht zu schade für mühsame Detailarbeit. Unvergessen sind die Arbeitsgruppensitzungen an denen er gerne zehn Minuten in die Formulierung eines einzigen Satzes investierte. Einfach verständlich für ein breites Publikum, eingängig und trotzdem wissenschaftlich korrekt sollte er sein. Und wenn der betreffende Satz kein Ende mehr nahm und selbst den Urheber verwirrte, dann lachte er selbst am herzhaftesten – er wird uns als ausgesprochen humorvoller Mensch in Erinnerung bleiben. Als Gründungsmitglied und Ehrenmitglied der Umweltfreisinnigen nahm er regelmässig an deren Anlässen und Versammlungen teil. Seine Wertschätzung für die Arbeit anderer kam immer sehr deutlich zum Ausdruck. Auch an eine Versammlung dieser im nationalen oder internationalen Massstab relativ kleinen politischen Gruppierung kam er stets gut vorbereitet und hatte oft bereits ausformulierte Änderungsanträge, selbst wenn es nur um die Richtigstellung eines Details ging. Auch als er im hohen Alter körperlich zunehmend nicht mehr in der Lage war an Sitzungen und Versammlungen teilzunehmen, setzte er seinen bis zuletzt wachen Geist ein, war bestens über aktuelle Ereignisse informiert und diskutierte gerne auch an einem Sonntag in einem stündigen Telefonat über mögliche Anpassungen an einem Positionspapier.

Bei geselligen Anlässen merkte man: Hans Christoph mochte Menschen aller Altersklassen und jeglicher Bildung und setzte sich mit ihnen mit ehrlichem Interesse auseinander. Das schien sein Antrieb zu sein für sein Bemühen, das letztlich darauf ausgerichtet war, uns und unseren Nachfahren eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Dabei waren ihm zwei Dinge wichtig: einerseits die ökologische, wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit und andererseits die liberale Grundhaltung, wonach diese Ziele mit Instrumenten erreicht werden sollen, die dem Individuum trotzdem grösstmögliche Freiheit zugestehen.

Am 18. Januar hat uns Hans Christoph Binswanger in dieser Welt zurückgelassen. Er hinterlässt uns aber viele wissenschaftlich fundierte Ideen, was man mit ihr tun könnte und ebenso viele wissenschaftlich fundierte Gründe etwas zu tun. Und damit auch die Verantwortung, wirklich etwas zu tun.

Andreas Kunz, 29.01.2018, Leiter Arbeitsgruppe ÖSR, Umweltfreisinnige St.Gallen

Nachruf Louis Ribaux

Am 23. Februar 2015 ist unser Gründungsmitglied Louis Ribaux aus St.Gallen mit 84 Jahren verstorben ist. Louis Ribaux war während vieler Jahre ein sehr engagiertes und verdientes Mitglied der Umweltfreisinnigen. Er hat sich während acht Jahren als FDP-Mitglied des Gemeinderats, dem heutigen Stadtparlament von St.Gallen, und während zwölf Jahren als FDP-Kantonsrat aktiv und mit grosser Überzeugung für die umwelt- und sozialliberalen Werte eingesetzt. Wir denken gerne an die vielen höchst interessanten Vorträge in seiner Buchhandlung zurück, welche oft im Rahmen von Vereinsanlässen der früheren Umweltliberalen Bewegung des Kantons St.Gallen (ULSG) stattfanden. Wir werden Louis in herzlicher und dankbarer Erinnerung behalten.

Porträt von Louis Ribaux im St.Galler Tagblatt

Ergänzender Nachruf von Claudia Klinkmann

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